Paprika mit Hirse gefüllt

Es ist Paprikazeit! Früher war ich es ja gewohnt rund ums Jahr billige Paprika zu bekommen. 1 € für drei Schoten bei Lidl! Daher bin ich aus allen Wolken gefallen, als ich auf dem Markt gesehen habe, dass Paprika selbst zur Saison das Kilo 6,90 € kostet! 
Wie kann so etwas leckeres nur im Sommer verfügbar sein und dazu so teuer? Gemein! Inzwischen wachsen ja meine eigenen Schoten auf dem Balkon und mein Pflänzchen produziert und produziert. Ich bin richtig stolz! 

Passend zur Saison will ich ein Rezept vorstellen, dass sich auch prima einfrieren lässt und somit zum Foodprep passt. Und zwar gefüllte Paprika mit Hirse. Wir essen das sehr gerne. Wenn sie tiefgefroren sind, müssen sie 45 Minuten im Backofen sein. Ansonsten kann ich nur sagen, nachmachen empfohlen ;-)

Paprika mit Hirse


Gefüllte Paprika mit Hirse
Du brauchst:
4 Paprika
250g Hirse
750ml Gemüsebrühe
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
2 EL Olivenöl
60g Karotte
75g Lauch
50g Pilze (ich habe Champignon genommen)
1 Tomate
1 Thymianzweig
4 Stängel Petersilie
50g saure Sahne oder Frischkäse
100g würziger fettarmer Käse z.B. Romadur

Und so geht's:
Hirse mit heißem Wasser waschen bis das Wasser klar ist. Paprika halbieren und entkernen. Karotte, Lauch und Pilze klein würfeln. Zwiebeln und Knoblauch hacken und in heißem Olivenöl andünsten. Gemüse dazugeben und mitdünsten bis der Lauch glasig wird. Hirse untermischen und kurz anbraten. Brühe dazu schütten und das ganze mit Deckel zum Kochen bringen. 5 Minuten auf kleiner Flamme köcheln und weitere 15 Minuten auf ausgeschalteter Platte ziehen lassen. 

Den Käse reiben. Tomate würfeln und mit den grob gehackten Kräutern unter die Hirse ziehen. Paprikahälften damit füllen, einen Klecks saure Sahne oder Frischkäse drauf geben und mit dem Käse bestreuen. Entweder so einfrieren oder:
Backofen auf 200°C O/U-Hitze vorheizen. Eine Ofenform einölen und die Paprika reinsetzen. Den Boden der Form mit etwas Wasser bedecken. im Ofen 20 Minuten backen.  



Backberry Pie

Mit stetigen Schritten geht es Richtung Herbst! Unsere liebste Jahreszeit. Langsam färbt sich alles braun, es ist immer noch herrlich warm und die Natur bietet Gemüse und Obst in Hülle und Fülle. Allen voran den Kürbis! Ich liebe Kürbis. Ich hab auf Pinterest eine einzige Pinnwand, die nur über Kürbisrezepte handelt. Jetzt hat allerdings erstmal eine andere Frucht meine volle Aufmerksamkeit. Die Brombeere!

Blackberry Pie

Als Stadtmensch mit Balkon ist man ja mehr oder minder auf die Angebote im Laden angewiesen. Und 3,50 € für 250g Brombeeren sind echt heftig! Also habe ich bgeonnen mich umzuhören und umzuschauen. Es gibt im Bekanntenkreis ja Menschen, die einen eigenen Garten haben und solche Leute können sich vor lauter Obst und Gemüse kaum retten. Die meisten haben mehr als sie verarbeiten können und geben gerne ab!
So habe ich jetzt die Möglichkeit gefunden kostenlos an Brombeeren zu kommen. An richtige Bio-Brombeeren. Ungespritzt und wild gewachsen. Gut für die Wildbienen, denn diese sterben ja leider auch, wenn wir unsere Obstbäume und -sträucher spritzen. Wir also mit dem Fahrrad los geradelt und unsere Dosen mit Brombeeren gefüllt. Daheim habe ich mich gleich in die Küche gestellt um diesen herrlichen Blackberry Pie (Gedeckter Brombeerkuchen zu deutsch) auszuprobieren. Knuspriger Pieteig umhüllt leckere Brombeeren - was will man mehr? Allerdings stand ich dann auch und stand und stand für diesen Kuchen. Der Unterschied zu ungespritzten Brombeeren ist nämlich, dass diese verflucht viele kleine Mitbewohner haben. Beim Waschen ist mir das aufgefallen. Also die Schüssel mit Wasser gefüllt und stehen gelassen. Bei den Kirschen schwimmen ja irgendwann die Würmchen an der Oberfläche und das Problem ist gelöst. Tja… Brombeerwürmchen versinken und sammeln sich dann an der unten liegensten Schicht Brombeeren. Also mit einer Fettschöpfkelle immer die obersten Schichten runter genommen, sicherheitshalber nochmal kontrolliert und erst dann in den Kuchen gelassen. Das ist dann eine heiden Arbeit. Und ich frage mich: War das früher in meiner Kindheit auch so schlimm? Oder sind wir Bio nur einfach nicht mehr gewöhnt?

Gedeckter Brombeerkuchen


Blackberry Pie - Gedeckter Brombeerkuchen
Du brauchst:
300 g Mehl (Weizen oder Dinkel)
60 g Zucker
150 g Butter Zimmertemperatur
1 Prise Salz
20ml Vanilleextrakt
3,5 EL Wasser, kalt

50 g Paniermehl oder zerbröselter Zwieback
50 g gemahlende Mandeln
40 g Zucker
1 TL Zimt
600 g Brombeeren

4 EL Puderzucker

Und so wird's gemacht:
Mehl, Zucker, Butter, Salz, Vanilleextrakt und Wasser in einer Schüssel zu einem Teig verarbeiten (mit den Knethaken oder einfach in die Küchenmaschine werfen). Dieser wird sehr weich. Wer ihn ausrollen möchte, sollte ihn nun in einer Box für eine Stunde in den Kühlschrank geben. Man kann den Teig allerdings auch prima mit den Fingern in die Form drücken, daher hole ich meinen nach einer halben Stunde schon wieder raus und zwacke mit 2/3 ab. Der Rest wandert zurück in den Kühlschrank

Brombeeren waschen und entwurmen, falls ihr ungespritzte wie ich benützt.

Form fetten und 2/3 des Teiges hineingeben und mit den Fingern glatt drücken. Dabei einen 3cm hohen Rand ziehen. Mit einer Gabel mehrmals in den Boden stechen. Backofen auf 200° C O/U-Hitze anheizen. Paniermehl und Mandeln mischen und auf den Boden geben. Darauf die Brombeeren geben und dieser mit der Zucker/Zimt Mischung bestreuen.

Zum Schluss die Teigdecke ausrollen. Bei mir ging das gut ohne zusätzliches Mehl und Frischhaltefolie zum Ausrollen. Man muss nur den Teig immer wieder vom Tisch ablösen und weiter ausrollen. Stück für Stück. Teigplatte auf das Unterteil legen und den überstehenden Rand abschneiden. Den Rand andrücken. Aus dem Rest Teig könnt ihr einen schönen Rand flechten oder ihn nochmal ausrollen und Sterne oder Blätte ausstechen und diese auf dem Kuchen verteilen. Tobt euch aus :D
In der Mitte meines Deckels habe ich ein Blatt ausgestochen, damit die Hitze der Brombeeren entweichen kann. Der Kuchen wird nun 45 Minuten im Ofen gebacken.

Wenn er abgekühlt ist, ihn mit Puderzucker bestäuben.







Blackberry Pie

#drüber nachgedacht: Verzichten

 
Frustphase! Ich liebe ja Foodblogs und habe einige abonniert. Dort finde ich immer wieder die herrlichsten Ideen und Rezepte: Oreoeis, Schokotorte belegt mit verschiedensten Pralinen oder Colakuchen in Form einer Colaflasche. Schon wenn ich die Bilder sehe, läuft vor meinem inneren Auge der Spaß ab, den ich beim Nachmachen haben werde. Leider haben alle diese Rezepte eins gemeinsam: Ich kann sie gar nicht ausprobieren, denn die Zutaten sind nur in Plastikverpackung zu bekommen. Gerade Schokolade und Kekse kriegt man nur mehrmals verpackt.
Und so langsam kommt Frust auf. Ich wollte einem Freund eine Schokotorte backen. In der Mitte türmen und drücken sich Kinderschokolade, Ü-Ei Hälften, Mikado, Toffifee und Bueno. Alles ein bisschen Durcheinander gestapelt und gedrückt. Tja, wollte… geht nicht, wenn man sich umstellen will auf 0 Müll. Mal schauen, ob ich eine Lösung finde. Im Alltag auf Schokolade und Co zu verzichten ist eigentlich ganz okay. Für den Notfall backe ich mal ein paar Plätzchen, kriege Kuchen in die Box beim Konditor oder hole mir Bruchschokolade offen bei Hussel. Aber wenn man irgendetwas Tolles backen will oder sei es nur ein Oreoeis herstellen… dann stößt man schnell an seine Grenzen. 

Das ist wohl das Problem. Ich will meinen Müll eindämmen, aber nach wie vor möchte ich auch alles machen können. 

Wie macht ihr das? Verzichtet ihr? Gönnt ihr euch mal eine Auszeit und kauft doch wieder mit Müll ein?

Ich denke manchmal, es wäre doch gar nicht so schlimm, mal die eine Oreoverpackung mitzunehmen. Aber andererseits denke ich dann, dass ich damit falsche Signale setze. Ich möchte ja, dass die Hersteller merken, dass ihre Sachen nicht gekauft werden, wegen den Verpackungen und sich Gedanken zu Alternativen machen. Auch mein letzter Eintrag über die verschiedenen Verpackungen und die Ökobilanz hat mich zum Nachdenken gebracht. Mehrweg ja, aber der Transportweg muss gering gehalten werden. Also will ich mich jetzt noch genauer über Milch und Joghurt informieren. Wo wird es abgefüllt. Wie lang ist der Weg zu mir?

Auf was muss man noch so verzichten, wenn man den Müll reduzieren will?

Mir fällt es immer wieder bei Geburtstagskarten auf, die man einfach nur in Folie verpackt bekommt. Ich bin inzwischen dazu über gegangen, selbst welche zu basteln. Aber auch das stört mich auf Dauer. Geburtstagskarten sind Einwegware/Wegwerfware und genau das versuche ich zu vermeiden. Nichts eben was man aufhebt oder aufheben sollte. Denn Karten, in denen eigentlich nur "Alles Gute" oder ein Spruch aus dem Internet abgeschrieben steht, sollte man nicht horten und kostbaren Platz daheim verschwenden. Gerade wenn nur "Happy Birthday" drin steht, könnte man sich doch die zwei Minuten Zeit nehmen und denjenigen anrufen. Oder eine Nachricht per Handy schicken. Außerdem fährt für die Karte ein Auto quer durch Deutschland und verursacht Abgase… Andererseits finde ich, dass ein handgeschriebener Brief sehr viel Charme versprüht.

 Ich habe gemerkt, dass ich auch bei Geschenken mir inzwischen mehr Gedanken mache und mir mehr Mühe gebe. Anstatt irgendeinen Ramsch zu kaufen und zu verpacken, denke ich darüber nach, was die Person wirklich gebrauchen könnte. So sind in letzter Zeit Geschenke entstanden wie Gutscheine für die Lieblingstherme oder ein Halbjahr Mutter-Kind-Turnen. Andererseits haben wir das Schenken auch minimalisiert. Zu Weihnachten wird nichts mehr geschenkt. Nur noch zu Geburtstagen. Leider hat in unserer Gesellschaft das Wort "Geschenk" einen sehr komsumträchtigen Zug angenommen. Ist es noch ein Geschenk, wenn man es nicht anfassen kann? Zu mindestens einen Gutschein sollte man daraus machen können. Eigen aufgewendete Zeit wird sehr oft nicht als Geschenk betrachtet. Wenn man einen Kuchen backt und mitbringt, ist dies für viele noch kein Geschenk. Eine Tafel hochwertige Schokolade wird auch nicht als Geschenk gesehen. Es ist ja nur Schokolade. Egal wie teuer, bio oder sonst was sie ist. Nur Geld schenken? Gutscheine sind ja eigentlich nichts anderes.
Ich will zum nächsten Geburtstag nun etwas ganz anderes schenken. Anstatt mit dem Rest der Meute mittags zu Essen und Kuchen aufzutauchen, will ich früh morgens mit meinem Mann erscheinen. Dann wird entstaubt und geschrubbt. Das Geburtstagskind ist übrigens seine Oma, die bei vielen Haushaltssachen inzwischen Probleme hat. Staubwischen oder Bücken, um Schränke abzuwischen ist gesundheitlich nicht mehr drin. Aber sie ist eine Person, die es ordentlich und sauber mag.


Sorry, diese Woche sind es ganz viele Gedanken von mir. Aber auch die müssen mal aufgeräumt werden ;-)

Noch eine kurze Zwischenbilanz:
Unser Müll stinkt im Moment nicht mehr. Wir hatten probiert ein 1,6l Glas mit Drehverschluss als Restmülleimer zu benützen. Mit Mülltüte wegen den Katzenfutterresten. Wir haben die Mülltüte aus dem Glas nicht mehr rausbekommen. Sie ist gerissen und naja… bei diesem einem Versuch blieb es dann auch. Mein Bokashi Vorschlag wird weiterhin ignoriert. Er sucht jetzt nach kleinen Mülleimeralternativen. Bloß, dass es einfach keine kleinen Mülleimer gibt, die geruchsdicht schließen…
Dafür sind ein paar Alternativen wieder in unseren Haushalt eingezogen. Ohrstäbchen werden bald von einer Mehrwegvariante ersetzt, auch die Zahnpasta wird nur noch aufgebraucht und unsere Bambuszahnbürsten warten auf ihren Einsatz. Plastikflaschen haben jetzt komplett unseren Haushalt verlassen. Ich trinke ja schon länger nur noch das gute Bodenseewasser aus dem Hahn, inzwischen habe ich auch hübsche Edelstahlflaschen dafür. Und für den Mister gibt es Soda Stream Sprudel in Glasflaschen. Es geht weiter voran.

Liebe Grüße aus dem Herbstwald
 
Helene